Der rechte Kitt
Die Remigrations-Pläne von Identitären und AfD vereinen weite Teile der europäischen extremen Rechten. Von Volkmar Wölk
Berlin sieht rot(-rot-grün)
Elif Eralp könnte am 20. September 2026 Berlins Regierende Bürgermeisterin werden – doch ist eine radikale linke Reformregierung in der Hauptstadt möglich? Zwischen 2002 und 2011 ruinierte Rot-Rot Berlin und die Partei selbst: Kürzungen, Privatisierungen, Lohnverluste. 2016–2023 lief es besser, aber Sachzwänge wurden verwaltet statt bekämpft. Gefordert wird eine bewegungsverankerte, demokratisch kontrollierte Linke mit roten Linien, die notfalls die Regierung verlässt statt Klassenkampf zu glätten.
Start-ups mit Drohnen
Vom Zugwerk bis zum Autobauer, von Telekom bis Start-up werden zivile Kapazitäten für Panzerteile, Drohnen und Militärtechnik umgebaut. Länder und Hochschulen befeuern den Rüstungsboom. Doch selbst wirtschaftsnahe Studien zweifeln am Aufschwung. Rüstung verdrängt zivile Investitionen, während Rheinmetall und KNDS profitieren
Auf allen Wegen zur Macht?
Die AfD liegt bei rund 40 Prozent, doch Unentschlossene und Sitzverteilung entscheiden über Ulrich Siegmunds Machtoption. Ihr Dauerwahlkampf zielt auf ländliche Räume, soziale Medien und autoritäre Normalisierung. Selbst ohne Regierungsübernahme drohen Stillstand, verschärfte Bedrohungen für Gegner:innen und ein politisches Klima, das die AfD weiter prägt. Die Szenarien im Überblick
Subbotnik und Wunschmaschine
Wie eine Kampagne drei Monate vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern mit niedrigschwelligen Aktionen versucht, die Zivilgesellschaft zu stärken
Was macht es mit uns, wenn wir uns 30 Jahre später dem Trauma sexueller Gewalt stellen?
In der Berliner Antifagruppe Edelweißpiraten missbrauchte ein Mann in den 1990ern systematisch Jugendliche. Zwei von ihnen sprechen über die Manipulation durch den Täter und die gemeinsame Aufarbeitung
Kleinbusse statt Kampfpanzer
Der schwächelnden deutschen Automobilindustrie stehen sinkende VW-Gewinne, Kaufkrafteinbrüche, Unsicherheit, starke Konkurrenz aus China, US-Zölle und hohe Energiekosten gegenüber. Gleichzeitig fließen Rekordinvestitionen nicht in den öffentlichen Nahverkehr, sondern in die Rüstungsbranche. Das Zukunftswerk Osnabrück will verhindern, dass im dortigen VW-Werk künftig fürs Militär produziert wird und setzt auf zivile Alternativen wie Kleinbusse statt Kampfpanzer.
Die fossile Falle der Landwirtschaft
Synthetische Düngemittel sind aufgrund ihrer energieintensiven Herstellung eng an Erdgas und Öl gebunden. Die Straße von Hormus fungiert als zentrale Transitroute, über die rund ein Drittel der weltweiten Düngertransporte läuft. Kriegsbedingte Störungen von Transportwegen, Produktionsausfällen und steigenden Energiepreisen führen zu Unsicherheit, Übergewinnen für wenige Konzerne und der Sorge vor einer neuen globalen Agrarkrise. Während Agrarkonzerne Übergewinne machen, droht die nächste Welthungerkrise
Krieg ohne Sieger
Der Krieg verschärft die Repression in Iran massiv: Wirtschaftskollaps, Internetblockade, tausende Hinrichtungen und zunehmende Verarmung treffen vor allem Minderheiten wie Belutschinnen, Kurdinnen und Azeris. Teheran nutzt den von USA und Israel geführten Krieg zur Machtkonzentration der Revolutionsgarden und zum Ausbau einer militärisch-fundamentalistischen Diktatur – während westliche Staaten zugleich ihre eigene imperiale Militärpräsenz ausweiten.
AfD-Horroshow im Septemberr?
Das nützt nur der AfD.« Diese Aussage stimmt derzeit scheinbar für alles. Hohe Benzinpreise, steigende Inflation? Nützen der AfD. Kriege? Nützen der AfD. Rassistische Deutungsvorlagen aus der CDU? Nützen der AfD. Jede Krise wie auch die Versuche ihrer Bewältigung kommen der Partei zugute. Die bisherigen Strategien, die AfD politisch einzudämmen, greifen nicht, stattdessen wandern auch andere Parteien immer tiefer in den braunen Morast.
ak – analyse & kritik ist, so der selbst gestellte Anspruch, eine »Zeitung für linke Debatte und Praxis«. Der Blick auf Bewegungen zeichnet unsere Zeitung aus. ak bietet engagierte Berichterstattung an der Seite der Protagonist*innen sozialer Kämpfe und ist unverzichtbarer Bestandteil der außerparlamentarischen Linken.
Unsere Leser*innen sind als politisch engagierte Fußballfans in Wien, beim Frauenstreik Berlin oder bei Ende Gelände in Leipzig aktiv, sie organisieren Demonstrationen gegen steigende Mieten oder rassistische Polizeigewalt, blockieren Abschiebeflüge oder machen der AfD das Leben schwer. Sie engagieren sich bei ver.di oder arbeiten in der St.-Pauli-Kneipe, sie studieren Politologie oder schreiben feministische Blogs. Einige lesen ak seit 1971, für andere klingt 1971 fast so urzeitlich wie 1917.
Gemeinsam ist unseren Leser*innen, dass sie sich für soziale Bewegungen in Deutschland und weltweit interessieren, sich kritisch mit der herrschenden Politik und Kultur auseinandersetzen und dass man sie mit Marx-Zitaten und Memes gleichermaßen begeistern kann.
Der rechte Kitt
Die Remigrations-Pläne von Identitären und AfD vereinen weite Teile der europäischen extremen Rechten. Von Volkmar Wölk
Berlin sieht rot(-rot-grün)
Elif Eralp könnte am 20. September 2026 Berlins Regierende Bürgermeisterin werden – doch ist eine radikale linke Reformregierung in der Hauptstadt möglich? Zwischen 2002 und 2011 ruinierte Rot-Rot Berlin und die Partei selbst: Kürzungen, Privatisierungen, Lohnverluste. 2016–2023 lief es besser, aber Sachzwänge wurden verwaltet statt bekämpft. Gefordert wird eine bewegungsverankerte, demokratisch kontrollierte Linke mit roten Linien, die notfalls die Regierung verlässt statt Klassenkampf zu glätten.
Start-ups mit Drohnen
Vom Zugwerk bis zum Autobauer, von Telekom bis Start-up werden zivile Kapazitäten für Panzerteile, Drohnen und Militärtechnik umgebaut. Länder und Hochschulen befeuern den Rüstungsboom. Doch selbst wirtschaftsnahe Studien zweifeln am Aufschwung. Rüstung verdrängt zivile Investitionen, während Rheinmetall und KNDS profitieren
Auf allen Wegen zur Macht?
Die AfD liegt bei rund 40 Prozent, doch Unentschlossene und Sitzverteilung entscheiden über Ulrich Siegmunds Machtoption. Ihr Dauerwahlkampf zielt auf ländliche Räume, soziale Medien und autoritäre Normalisierung. Selbst ohne Regierungsübernahme drohen Stillstand, verschärfte Bedrohungen für Gegner:innen und ein politisches Klima, das die AfD weiter prägt. Die Szenarien im Überblick
Subbotnik und Wunschmaschine
Wie eine Kampagne drei Monate vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern mit niedrigschwelligen Aktionen versucht, die Zivilgesellschaft zu stärken
Was macht es mit uns, wenn wir uns 30 Jahre später dem Trauma sexueller Gewalt stellen?
In der Berliner Antifagruppe Edelweißpiraten missbrauchte ein Mann in den 1990ern systematisch Jugendliche. Zwei von ihnen sprechen über die Manipulation durch den Täter und die gemeinsame Aufarbeitung
Kleinbusse statt Kampfpanzer
Der schwächelnden deutschen Automobilindustrie stehen sinkende VW-Gewinne, Kaufkrafteinbrüche, Unsicherheit, starke Konkurrenz aus China, US-Zölle und hohe Energiekosten gegenüber. Gleichzeitig fließen Rekordinvestitionen nicht in den öffentlichen Nahverkehr, sondern in die Rüstungsbranche. Das Zukunftswerk Osnabrück will verhindern, dass im dortigen VW-Werk künftig fürs Militär produziert wird und setzt auf zivile Alternativen wie Kleinbusse statt Kampfpanzer.
Die fossile Falle der Landwirtschaft
Synthetische Düngemittel sind aufgrund ihrer energieintensiven Herstellung eng an Erdgas und Öl gebunden. Die Straße von Hormus fungiert als zentrale Transitroute, über die rund ein Drittel der weltweiten Düngertransporte läuft. Kriegsbedingte Störungen von Transportwegen, Produktionsausfällen und steigenden Energiepreisen führen zu Unsicherheit, Übergewinnen für wenige Konzerne und der Sorge vor einer neuen globalen Agrarkrise. Während Agrarkonzerne Übergewinne machen, droht die nächste Welthungerkrise
Krieg ohne Sieger
Der Krieg verschärft die Repression in Iran massiv: Wirtschaftskollaps, Internetblockade, tausende Hinrichtungen und zunehmende Verarmung treffen vor allem Minderheiten wie Belutschinnen, Kurdinnen und Azeris. Teheran nutzt den von USA und Israel geführten Krieg zur Machtkonzentration der Revolutionsgarden und zum Ausbau einer militärisch-fundamentalistischen Diktatur – während westliche Staaten zugleich ihre eigene imperiale Militärpräsenz ausweiten.
AfD-Horroshow im Septemberr?
Das nützt nur der AfD.« Diese Aussage stimmt derzeit scheinbar für alles. Hohe Benzinpreise, steigende Inflation? Nützen der AfD. Kriege? Nützen der AfD. Rassistische Deutungsvorlagen aus der CDU? Nützen der AfD. Jede Krise wie auch die Versuche ihrer Bewältigung kommen der Partei zugute. Die bisherigen Strategien, die AfD politisch einzudämmen, greifen nicht, stattdessen wandern auch andere Parteien immer tiefer in den braunen Morast.
ak – analyse & kritik ist, so der selbst gestellte Anspruch, eine »Zeitung für linke Debatte und Praxis«. Der Blick auf Bewegungen zeichnet unsere Zeitung aus. ak bietet engagierte Berichterstattung an der Seite der Protagonist*innen sozialer Kämpfe und ist unverzichtbarer Bestandteil der außerparlamentarischen Linken.
Unsere Leser*innen sind als politisch engagierte Fußballfans in Wien, beim Frauenstreik Berlin oder bei Ende Gelände in Leipzig aktiv, sie organisieren Demonstrationen gegen steigende Mieten oder rassistische Polizeigewalt, blockieren Abschiebeflüge oder machen der AfD das Leben schwer. Sie engagieren sich bei ver.di oder arbeiten in der St.-Pauli-Kneipe, sie studieren Politologie oder schreiben feministische Blogs. Einige lesen ak seit 1971, für andere klingt 1971 fast so urzeitlich wie 1917.
Gemeinsam ist unseren Leser*innen, dass sie sich für soziale Bewegungen in Deutschland und weltweit interessieren, sich kritisch mit der herrschenden Politik und Kultur auseinandersetzen und dass man sie mit Marx-Zitaten und Memes gleichermaßen begeistern kann.