Trauma & Gewalt Abo

Ausgabe 001/2026
Aktuelle Ausgabe

Validierung und erste Ergebnisse zur Erfassung peritraumatischer Reaktionen auf sexuelle Gewalt in der Kindheit
Sexualisierte Gewalt in der Kindheit erfordert überlebenssichernde peritraumatische Reaktionen. Die Studie validiert das MPR-CA anhand einer online rekrutierten Stichprobe. Trotz geringer Fallzahl (N=98) wurden die Faktorstruktur automatischer und verhaltensbezogener Reaktionen repliziert und akzeptable bis gute interne Konsistenzen gefunden. Zudem zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Alter beim Beginn sexualisierter Gewalt und peritraumatischen Reaktionen. Insgesamt erweist sich das MPR-CA als vielversprechendes Erhebungsinstrument.

Ein qualitativer Einblick in die sogenannte Gastarbeiter:innengesellschaft in Deutschland
Die intergenerationalen Folgen rassismusbedingter Diskriminierung sind im deutschsprachigen Raum wenig erforscht. Diese qualitative Studie untersucht Mechanismen und psychosoziale Auswirkungen über zwei Generationen von Gastarbeiter:innenfamilien aus der Türkei, Griechenland und Kroatien. Ergebnisse zeigen, dass soziopsychologische und kulturelle Spannungen die Weitergabe von Erfahrungen prägen, Diskriminierungsstrukturen verstärken und zugleich Anpassungs- und Resilienzmechanismen fördern. Die Studie liefert neue Einblicke in generationenübergreifende Belastungen und betont die Bedeutung familiärer und kultureller Faktoren. Quantitative Mehrgenerationenstudien werden empfohlen.

Ausgabe 004/2025

Ansätze zur Prävention und Behandlung bei komorbider Posttraumatischer Belastungsstörung und Substanzgebrauchsstörung
PTBS und Substanzgebrauchsstörungen treten oft gemeinsam auf. Frühzeitige kognitiv-verhaltenstherapeutische Interventionen können beiden vorbeugen. Ein traumainformiertes Vorgehen erleichtert frühzeitige Identifikation und Weitervermittlung. Integrierte, traumafokussierte Therapien sind wirksam, sicher und berücksichtigen die Wechselwirkungen beider Störungsbilder in der Behandlung.

Eine Pilotstudie zur Prävalenz und zum Zusammenhang mit traumatischen Erlebnissen und der Posttraumatischen Belastungsstörung
Während des Entzugs treten bei 35 % der Patient:innen in der ersten und 16 % in der zweiten Woche psychotic-like experiences (PLE) auf. Ihr Auftreten korreliert mit Traumalast, früherem Delirium Tremens und PTBS. PLE könnten als Stressmarker für Verlauf und Outcome der Entzugsbehandlung dienen.

Ausgabe 003/2025

»Das ist wohl Ausdruck meiner ­Geschichte«
Komplexe dissoziative Störungen mit Stimmenhören, Identitätswechseln, Anfällen und Amnesien gehören zu den schwerwiegendsten psychischen Erkrankungen, bleiben aber oft unerkannt. Da evidenzbasierte Behandlungsprogramme fehlen, empfehlen sich traumafokussierte Multikomponentenansätze, erweitert um spezifische Module. Ein Fallbericht zeigt die 14-wöchige stationäre Psychotherapie einer Patientin mit pDIS, Anorexia Nervosa und PTBS.

Ein Update zu Epidemiologie, Ätiopathogenese und therapeutischen Herausforderungen
Konversions- bzw. funktionelle neurologische Störungen (FNS) äußern sich in pseudoneurologischen Symptomen ohne organische Ursache. Sie treten häufiger in Versorgungseinrichtungen auf, sind oft mit psychischen Störungen und erhöhter Suizidalität verbunden. Erklärungsmodelle kombinieren traumatische Erfahrungen, Stressfaktoren und neurowissenschaftliche Befunde, die eine gestörte Emotionsverarbeitung über veränderte neuronale Netzwerke nahelegen.

Ausgabe 002/2025

Historische Aufarbeitungs­forschung: Plädoyer für einen emotionshistorischen Zugang
Der Beitrag plädiert für eine Ergänzung der historischen Aufarbeitung von Leid und Unrecht durch einen emotionshistorischen Zugang. So sollen Erfahrungen Betroffener sichtbar gemacht und in ihrer historischen Komplexität gewürdigt werden – jenseits juristischer Kategorien. Auch die emotionale Involviertheit von Historiker:innen soll reflektiert werden.

Bedeutung für das psychische und körperliche Befinden sowie das Unrechtserleben ehemaliger Heimkinder
Eine Fragebogenstudie mit 262 Menschen zeigt: Disziplinar- und Strafmaßnahmen waren in DDR-Kinderheimen weit verbreitet, besonders in Spezialheimen. Die meisten Betroffenen berichten mehrere Maßnahmen. Diese Erfahrungen stehen in Zusammenhang mit einem erhöhten Unrechtsempfinden und schlechterer psychischer wie körperlicher Gesundheit – ein wichtiger Befund für die Aufarbeitung dieses Kapitels der DDR-Geschichte.

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Porträt von Trauma & Gewalt

Die Zeitschrift Trauma & Gewalt richtet sich an Ärzt:innen und Psycholog:innen, Pädagog:innen, Sozialarbeiter:innen und andere im Gesundheitswesen tätigen Berufsgruppen, die sich mit Theorie und Praxis im breiten Feld der Psychotraumatologie beschäftigen oder sich dafür interessieren. Sie bietet ein Forum für Beiträge zur Psychotraumatologie und Gewaltforschung – von empirischen Studien bis hin zu theoretischen Ansätzen, die dieses komplexe Themengebiet strukturieren und vertiefen. Da Theorie aus der Praxis erwächst, widmet sich die Zeitschrift auch praxisnahen Beiträgen, die unterschiedlich stark theoretisch fundiert sein können. Wir sind überzeugt, dass alle Fachleute in diesem Bereich über wertvolle Erfahrungen verfügen, die nicht nur ihren Patient:innen zugutekommen, sondern auch für Kolleg:innen von großem Interesse sind – und so letztlich weiteren Betroffenen helfen.
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Validierung und erste Ergebnisse zur Erfassung peritraumatischer Reaktionen auf sexuelle Gewalt in der Kindheit
Sexualisierte Gewalt in der Kindheit erfordert überlebenssichernde peritraumatische Reaktionen. Die Studie validiert das MPR-CA anhand einer online rekrutierten Stichprobe. Trotz geringer Fallzahl (N=98) wurden die Faktorstruktur automatischer und verhaltensbezogener Reaktionen repliziert und akzeptable bis gute interne Konsistenzen gefunden. Zudem zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Alter beim Beginn sexualisierter Gewalt und peritraumatischen Reaktionen. Insgesamt erweist sich das MPR-CA als vielversprechendes Erhebungsinstrument.

Ein qualitativer Einblick in die sogenannte Gastarbeiter:innengesellschaft in Deutschland
Die intergenerationalen Folgen rassismusbedingter Diskriminierung sind im deutschsprachigen Raum wenig erforscht. Diese qualitative Studie untersucht Mechanismen und psychosoziale Auswirkungen über zwei Generationen von Gastarbeiter:innenfamilien aus der Türkei, Griechenland und Kroatien. Ergebnisse zeigen, dass soziopsychologische und kulturelle Spannungen die Weitergabe von Erfahrungen prägen, Diskriminierungsstrukturen verstärken und zugleich Anpassungs- und Resilienzmechanismen fördern. Die Studie liefert neue Einblicke in generationenübergreifende Belastungen und betont die Bedeutung familiärer und kultureller Faktoren. Quantitative Mehrgenerationenstudien werden empfohlen.

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004/2025

Ansätze zur Prävention und Behandlung bei komorbider Posttraumatischer Belastungsstörung und Substanzgebrauchsstörung
PTBS und Substanzgebrauchsstörungen treten oft gemeinsam auf. Frühzeitige kognitiv-verhaltenstherapeutische Interventionen können beiden vorbeugen. Ein traumainformiertes Vorgehen erleichtert frühzeitige Identifikation und Weitervermittlung. Integrierte, traumafokussierte Therapien sind wirksam, sicher und berücksichtigen die Wechselwirkungen beider Störungsbilder in der Behandlung.

Eine Pilotstudie zur Prävalenz und zum Zusammenhang mit traumatischen Erlebnissen und der Posttraumatischen Belastungsstörung
Während des Entzugs treten bei 35 % der Patient:innen in der ersten und 16 % in der zweiten Woche psychotic-like experiences (PLE) auf. Ihr Auftreten korreliert mit Traumalast, früherem Delirium Tremens und PTBS. PLE könnten als Stressmarker für Verlauf und Outcome der Entzugsbehandlung dienen.

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003/2025

»Das ist wohl Ausdruck meiner ­Geschichte«
Komplexe dissoziative Störungen mit Stimmenhören, Identitätswechseln, Anfällen und Amnesien gehören zu den schwerwiegendsten psychischen Erkrankungen, bleiben aber oft unerkannt. Da evidenzbasierte Behandlungsprogramme fehlen, empfehlen sich traumafokussierte Multikomponentenansätze, erweitert um spezifische Module. Ein Fallbericht zeigt die 14-wöchige stationäre Psychotherapie einer Patientin mit pDIS, Anorexia Nervosa und PTBS.

Ein Update zu Epidemiologie, Ätiopathogenese und therapeutischen Herausforderungen
Konversions- bzw. funktionelle neurologische Störungen (FNS) äußern sich in pseudoneurologischen Symptomen ohne organische Ursache. Sie treten häufiger in Versorgungseinrichtungen auf, sind oft mit psychischen Störungen und erhöhter Suizidalität verbunden. Erklärungsmodelle kombinieren traumatische Erfahrungen, Stressfaktoren und neurowissenschaftliche Befunde, die eine gestörte Emotionsverarbeitung über veränderte neuronale Netzwerke nahelegen.

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002/2025

Historische Aufarbeitungs­forschung: Plädoyer für einen emotionshistorischen Zugang
Der Beitrag plädiert für eine Ergänzung der historischen Aufarbeitung von Leid und Unrecht durch einen emotionshistorischen Zugang. So sollen Erfahrungen Betroffener sichtbar gemacht und in ihrer historischen Komplexität gewürdigt werden – jenseits juristischer Kategorien. Auch die emotionale Involviertheit von Historiker:innen soll reflektiert werden.

Bedeutung für das psychische und körperliche Befinden sowie das Unrechtserleben ehemaliger Heimkinder
Eine Fragebogenstudie mit 262 Menschen zeigt: Disziplinar- und Strafmaßnahmen waren in DDR-Kinderheimen weit verbreitet, besonders in Spezialheimen. Die meisten Betroffenen berichten mehrere Maßnahmen. Diese Erfahrungen stehen in Zusammenhang mit einem erhöhten Unrechtsempfinden und schlechterer psychischer wie körperlicher Gesundheit – ein wichtiger Befund für die Aufarbeitung dieses Kapitels der DDR-Geschichte.

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Porträt von Trauma & Gewalt

Die Zeitschrift Trauma & Gewalt richtet sich an Ärzt:innen und Psycholog:innen, Pädagog:innen, Sozialarbeiter:innen und andere im Gesundheitswesen tätigen Berufsgruppen, die sich mit Theorie und Praxis im breiten Feld der Psychotraumatologie beschäftigen oder sich dafür interessieren. Sie bietet ein Forum für Beiträge zur Psychotraumatologie und Gewaltforschung – von empirischen Studien bis hin zu theoretischen Ansätzen, die dieses komplexe Themengebiet strukturieren und vertiefen. Da Theorie aus der Praxis erwächst, widmet sich die Zeitschrift auch praxisnahen Beiträgen, die unterschiedlich stark theoretisch fundiert sein können. Wir sind überzeugt, dass alle Fachleute in diesem Bereich über wertvolle Erfahrungen verfügen, die nicht nur ihren Patient:innen zugutekommen, sondern auch für Kolleg:innen von großem Interesse sind – und so letztlich weiteren Betroffenen helfen.
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  • Validierung und erste Ergebnisse zur Erfassung peritraumatischer Reaktionen auf sexuelle Gewalt in der Kindheit
    Sexualisierte Gewalt in der Kindheit erfordert überlebenssichernde peritraumatische Reaktionen. Die Studie validiert das MPR-CA anhand einer online rekrutierten Stichprobe. Trotz geringer Fallzahl (N=98) wurden die Faktorstruktur automatischer und verhaltensbezogener Reaktionen repliziert und akzeptable bis gute interne Konsistenzen gefunden. Zudem zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Alter beim Beginn sexualisierter Gewalt und peritraumatischen Reaktionen. Insgesamt erweist sich das MPR-CA als vielversprechendes Erhebungsinstrument.
  • Ein qualitativer Einblick in die sogenannte Gastarbeiter:innengesellschaft in Deutschland
    Die intergenerationalen Folgen rassismusbedingter Diskriminierung sind im deutschsprachigen Raum wenig erforscht. Diese qualitative Studie untersucht Mechanismen und psychosoziale Auswirkungen über zwei Generationen von Gastarbeiter:innenfamilien aus der Türkei, Griechenland und Kroatien. Ergebnisse zeigen, dass soziopsychologische und kulturelle Spannungen die Weitergabe von Erfahrungen prägen, Diskriminierungsstrukturen verstärken und zugleich Anpassungs- und Resilienzmechanismen fördern. Die Studie liefert neue Einblicke in generationenübergreifende Belastungen und betont die Bedeutung familiärer und kultureller Faktoren. Quantitative Mehrgenerationenstudien werden empfohlen.
  • Ein bedarfsgerechter Trainingsansatz für Peacebuilder
    Peacebuilder in (Post-)Konfliktregionen stehen vor großen Herausforderungen im Umgang mit Trauma. Bestehende Trainings aus dem Globalen Norden sind oft wenig kontextsensibel und kaum evaluiert. Das Projekt entwickelte daher ein partizipatives, kultursensibles, modulares Curriculum. Eine Pilotierung in Ruanda zeigte hohe Akzeptanz, Praxisnähe und nachhaltige Effekte durch Peer-Netzwerke und digitale Formate. Herausforderungen waren Zeitmangel, Sprachbarrieren und Vertiefungsbedarfe. Das Curriculum ist skalierbar und stärkt traumainformierte Friedensarbeit sowie lokale Resilienz.
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