Trauma & Gewalt Abo

Ausgabe 002/2026
Aktuelle Ausgabe

Wissenschaft in der ­Traumapädagogik, weil …?
Auf Basis eines integrativen Wechselverhältnisses von Theorie und Praxis in der Traumapädagogik werden zentrale Bezugstheorien und wichtigste deutschsprachige empirische Befunde vorgestellt. Darauf aufbauend werden von Teilnehmenden aus Praxis und Forschung formulierte Forschungsdesiderate präsentiert, um eine theoretische wie empirische Übersicht zu bieten und die Weiterentwicklung der Traumapädagogik anzustoßen.

»Dass man sich so nicht so verloren fühlt«
Ein aktuelles Forschungsprojekt in Kooperation mit der Opferhilfe Sachsen e. V. und der Opferhilfe Berlin e. V. untersucht, inwiefern Ratsuchende traumasensible Opferhilfeberatung als hilfreich erleben. An einem qualitativen Einzelfall werden konkrete Wirkaspekte für die Praxis vor Ort herausgearbeitet, theoretisch eingeordnet und traumasensible Beratung als ausbaufähige Versorgungssäule neben Psychotherapie und stationären Angeboten profiliert.

Ausgabe 001/2026

Validierung und erste Ergebnisse zur Erfassung peritraumatischer Reaktionen auf sexuelle Gewalt in der Kindheit
Sexualisierte Gewalt in der Kindheit erfordert überlebenssichernde peritraumatische Reaktionen. Die Studie validiert das MPR-CA anhand einer online rekrutierten Stichprobe. Trotz geringer Fallzahl (N=98) wurden die Faktorstruktur automatischer und verhaltensbezogener Reaktionen repliziert und akzeptable bis gute interne Konsistenzen gefunden. Zudem zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Alter beim Beginn sexualisierter Gewalt und peritraumatischen Reaktionen. Insgesamt erweist sich das MPR-CA als vielversprechendes Erhebungsinstrument.

Ein qualitativer Einblick in die sogenannte Gastarbeiter:innengesellschaft in Deutschland
Die intergenerationalen Folgen rassismusbedingter Diskriminierung sind im deutschsprachigen Raum wenig erforscht. Diese qualitative Studie untersucht Mechanismen und psychosoziale Auswirkungen über zwei Generationen von Gastarbeiter:innenfamilien aus der Türkei, Griechenland und Kroatien. Ergebnisse zeigen, dass soziopsychologische und kulturelle Spannungen die Weitergabe von Erfahrungen prägen, Diskriminierungsstrukturen verstärken und zugleich Anpassungs- und Resilienzmechanismen fördern. Die Studie liefert neue Einblicke in generationenübergreifende Belastungen und betont die Bedeutung familiärer und kultureller Faktoren. Quantitative Mehrgenerationenstudien werden empfohlen.

Ausgabe 004/2025

Ansätze zur Prävention und Behandlung bei komorbider Posttraumatischer Belastungsstörung und Substanzgebrauchsstörung
PTBS und Substanzgebrauchsstörungen treten oft gemeinsam auf. Frühzeitige kognitiv-verhaltenstherapeutische Interventionen können beiden vorbeugen. Ein traumainformiertes Vorgehen erleichtert frühzeitige Identifikation und Weitervermittlung. Integrierte, traumafokussierte Therapien sind wirksam, sicher und berücksichtigen die Wechselwirkungen beider Störungsbilder in der Behandlung.

Eine Pilotstudie zur Prävalenz und zum Zusammenhang mit traumatischen Erlebnissen und der Posttraumatischen Belastungsstörung
Während des Entzugs treten bei 35 % der Patient:innen in der ersten und 16 % in der zweiten Woche psychotic-like experiences (PLE) auf. Ihr Auftreten korreliert mit Traumalast, früherem Delirium Tremens und PTBS. PLE könnten als Stressmarker für Verlauf und Outcome der Entzugsbehandlung dienen.

Ausgabe 003/2025

»Das ist wohl Ausdruck meiner ­Geschichte«
Komplexe dissoziative Störungen mit Stimmenhören, Identitätswechseln, Anfällen und Amnesien gehören zu den schwerwiegendsten psychischen Erkrankungen, bleiben aber oft unerkannt. Da evidenzbasierte Behandlungsprogramme fehlen, empfehlen sich traumafokussierte Multikomponentenansätze, erweitert um spezifische Module. Ein Fallbericht zeigt die 14-wöchige stationäre Psychotherapie einer Patientin mit pDIS, Anorexia Nervosa und PTBS.

Ein Update zu Epidemiologie, Ätiopathogenese und therapeutischen Herausforderungen
Konversions- bzw. funktionelle neurologische Störungen (FNS) äußern sich in pseudoneurologischen Symptomen ohne organische Ursache. Sie treten häufiger in Versorgungseinrichtungen auf, sind oft mit psychischen Störungen und erhöhter Suizidalität verbunden. Erklärungsmodelle kombinieren traumatische Erfahrungen, Stressfaktoren und neurowissenschaftliche Befunde, die eine gestörte Emotionsverarbeitung über veränderte neuronale Netzwerke nahelegen.

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Porträt von Trauma & Gewalt

Die Zeitschrift Trauma & Gewalt richtet sich an Ärzt:innen und Psycholog:innen, Pädagog:innen, Sozialarbeiter:innen und andere im Gesundheitswesen tätigen Berufsgruppen, die sich mit Theorie und Praxis im breiten Feld der Psychotraumatologie beschäftigen oder sich dafür interessieren. Sie bietet ein Forum für Beiträge zur Psychotraumatologie und Gewaltforschung – von empirischen Studien bis hin zu theoretischen Ansätzen, die dieses komplexe Themengebiet strukturieren und vertiefen. Da Theorie aus der Praxis erwächst, widmet sich die Zeitschrift auch praxisnahen Beiträgen, die unterschiedlich stark theoretisch fundiert sein können. Wir sind überzeugt, dass alle Fachleute in diesem Bereich über wertvolle Erfahrungen verfügen, die nicht nur ihren Patient:innen zugutekommen, sondern auch für Kolleg:innen von großem Interesse sind – und so letztlich weiteren Betroffenen helfen.
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Wissenschaft in der ­Traumapädagogik, weil …?
Auf Basis eines integrativen Wechselverhältnisses von Theorie und Praxis in der Traumapädagogik werden zentrale Bezugstheorien und wichtigste deutschsprachige empirische Befunde vorgestellt. Darauf aufbauend werden von Teilnehmenden aus Praxis und Forschung formulierte Forschungsdesiderate präsentiert, um eine theoretische wie empirische Übersicht zu bieten und die Weiterentwicklung der Traumapädagogik anzustoßen.

»Dass man sich so nicht so verloren fühlt«
Ein aktuelles Forschungsprojekt in Kooperation mit der Opferhilfe Sachsen e. V. und der Opferhilfe Berlin e. V. untersucht, inwiefern Ratsuchende traumasensible Opferhilfeberatung als hilfreich erleben. An einem qualitativen Einzelfall werden konkrete Wirkaspekte für die Praxis vor Ort herausgearbeitet, theoretisch eingeordnet und traumasensible Beratung als ausbaufähige Versorgungssäule neben Psychotherapie und stationären Angeboten profiliert.

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001/2026

Validierung und erste Ergebnisse zur Erfassung peritraumatischer Reaktionen auf sexuelle Gewalt in der Kindheit
Sexualisierte Gewalt in der Kindheit erfordert überlebenssichernde peritraumatische Reaktionen. Die Studie validiert das MPR-CA anhand einer online rekrutierten Stichprobe. Trotz geringer Fallzahl (N=98) wurden die Faktorstruktur automatischer und verhaltensbezogener Reaktionen repliziert und akzeptable bis gute interne Konsistenzen gefunden. Zudem zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Alter beim Beginn sexualisierter Gewalt und peritraumatischen Reaktionen. Insgesamt erweist sich das MPR-CA als vielversprechendes Erhebungsinstrument.

Ein qualitativer Einblick in die sogenannte Gastarbeiter:innengesellschaft in Deutschland
Die intergenerationalen Folgen rassismusbedingter Diskriminierung sind im deutschsprachigen Raum wenig erforscht. Diese qualitative Studie untersucht Mechanismen und psychosoziale Auswirkungen über zwei Generationen von Gastarbeiter:innenfamilien aus der Türkei, Griechenland und Kroatien. Ergebnisse zeigen, dass soziopsychologische und kulturelle Spannungen die Weitergabe von Erfahrungen prägen, Diskriminierungsstrukturen verstärken und zugleich Anpassungs- und Resilienzmechanismen fördern. Die Studie liefert neue Einblicke in generationenübergreifende Belastungen und betont die Bedeutung familiärer und kultureller Faktoren. Quantitative Mehrgenerationenstudien werden empfohlen.

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004/2025

Ansätze zur Prävention und Behandlung bei komorbider Posttraumatischer Belastungsstörung und Substanzgebrauchsstörung
PTBS und Substanzgebrauchsstörungen treten oft gemeinsam auf. Frühzeitige kognitiv-verhaltenstherapeutische Interventionen können beiden vorbeugen. Ein traumainformiertes Vorgehen erleichtert frühzeitige Identifikation und Weitervermittlung. Integrierte, traumafokussierte Therapien sind wirksam, sicher und berücksichtigen die Wechselwirkungen beider Störungsbilder in der Behandlung.

Eine Pilotstudie zur Prävalenz und zum Zusammenhang mit traumatischen Erlebnissen und der Posttraumatischen Belastungsstörung
Während des Entzugs treten bei 35 % der Patient:innen in der ersten und 16 % in der zweiten Woche psychotic-like experiences (PLE) auf. Ihr Auftreten korreliert mit Traumalast, früherem Delirium Tremens und PTBS. PLE könnten als Stressmarker für Verlauf und Outcome der Entzugsbehandlung dienen.

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003/2025

»Das ist wohl Ausdruck meiner ­Geschichte«
Komplexe dissoziative Störungen mit Stimmenhören, Identitätswechseln, Anfällen und Amnesien gehören zu den schwerwiegendsten psychischen Erkrankungen, bleiben aber oft unerkannt. Da evidenzbasierte Behandlungsprogramme fehlen, empfehlen sich traumafokussierte Multikomponentenansätze, erweitert um spezifische Module. Ein Fallbericht zeigt die 14-wöchige stationäre Psychotherapie einer Patientin mit pDIS, Anorexia Nervosa und PTBS.

Ein Update zu Epidemiologie, Ätiopathogenese und therapeutischen Herausforderungen
Konversions- bzw. funktionelle neurologische Störungen (FNS) äußern sich in pseudoneurologischen Symptomen ohne organische Ursache. Sie treten häufiger in Versorgungseinrichtungen auf, sind oft mit psychischen Störungen und erhöhter Suizidalität verbunden. Erklärungsmodelle kombinieren traumatische Erfahrungen, Stressfaktoren und neurowissenschaftliche Befunde, die eine gestörte Emotionsverarbeitung über veränderte neuronale Netzwerke nahelegen.

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Die Zeitschrift Trauma & Gewalt richtet sich an Ärzt:innen und Psycholog:innen, Pädagog:innen, Sozialarbeiter:innen und andere im Gesundheitswesen tätigen Berufsgruppen, die sich mit Theorie und Praxis im breiten Feld der Psychotraumatologie beschäftigen oder sich dafür interessieren. Sie bietet ein Forum für Beiträge zur Psychotraumatologie und Gewaltforschung – von empirischen Studien bis hin zu theoretischen Ansätzen, die dieses komplexe Themengebiet strukturieren und vertiefen. Da Theorie aus der Praxis erwächst, widmet sich die Zeitschrift auch praxisnahen Beiträgen, die unterschiedlich stark theoretisch fundiert sein können. Wir sind überzeugt, dass alle Fachleute in diesem Bereich über wertvolle Erfahrungen verfügen, die nicht nur ihren Patient:innen zugutekommen, sondern auch für Kolleg:innen von großem Interesse sind – und so letztlich weiteren Betroffenen helfen.
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  • Wissenschaft in der ­Traumapädagogik, weil …?
    Auf Basis eines integrativen Wechselverhältnisses von Theorie und Praxis in der Traumapädagogik werden zentrale Bezugstheorien und wichtigste deutschsprachige empirische Befunde vorgestellt. Darauf aufbauend werden von Teilnehmenden aus Praxis und Forschung formulierte Forschungsdesiderate präsentiert, um eine theoretische wie empirische Übersicht zu bieten und die Weiterentwicklung der Traumapädagogik anzustoßen.
  • »Dass man sich so nicht so verloren fühlt«
    Ein aktuelles Forschungsprojekt in Kooperation mit der Opferhilfe Sachsen e. V. und der Opferhilfe Berlin e. V. untersucht, inwiefern Ratsuchende traumasensible Opferhilfeberatung als hilfreich erleben. An einem qualitativen Einzelfall werden konkrete Wirkaspekte für die Praxis vor Ort herausgearbeitet, theoretisch eingeordnet und traumasensible Beratung als ausbaufähige Versorgungssäule neben Psychotherapie und stationären Angeboten profiliert.
  • Kasuistiken in der ­Traumapädagogik
    Ausgehend von einer therapeutischen Kasuistik wird ausgelotet, ob und wie solche Forschung zur praxeologischen Weiterentwicklung der Traumapädagogik beitragen kann. Im Fokus stehen Spezifika psychoanalytisch fundierter Forschung, ihre Erkenntniswege sowie die theoriegenerierende und praxisleitende Funktion kasuistischer Einsichten. Eine ausführliche Kasuistik soll der Komplexität des forschenden Verstehens und der intersubjektiven Nachvollziehbarkeit Rechnung tragen.
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