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Nahe der Waterkant
Walter Hollnagel fotografierte über Jahre das Eisenbahngeschehen der BD Hamburg und Bremen und hielt dabei Häfen, Rangierbetrieb und regionale Strecken fest. Seine Bilder zeigen sowohl technische Details wie Formsignale und Rangierbetrieb als auch atmosphärische Situationen zwischen Marsch, Heide und Hafenanlagen. Viele Motive verbinden historische Fahrzeuge mit dem Zeitgeist der Nachkriegs- und Wirtschaftswunderjahre, etwa S-Bahn- und Rangierszenen. Das Kapitel stellt die Bildersammlung vor und verweist auf ein begleitendes Buch, das die Fotos und Hintergründe dokumentiert.
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(Frage des Monats) Ist eine Pflichtreservierung im Fernverkehr wirklich sinnvoll?
Max Voigtmann diskutiert die Idee einer verbindlichen Sitzplatzreservierung im deutschen Fernverkehr und ordnet sie in betriebliche und kundenbezogene Perspektiven ein. Die Autor argumentiert, dass Reservierungspflicht vor allem Vorteile für die Bahn bringen würde, weil sich damit Bedarf planbarer steuern lässt. Die Autorin/der Autor weist darauf hin, dass Deutschlands dezentrale Stadtstruktur und das getaktete Umsteigesystem flexible Reisemöglichkeiten erfordert und eine starre Reservierung Fahrgäste benachteiligen kann. Einige Bereiche wie stark nachgefragte Sonderverkehre oder internationale Verkehre nennt die Kolumne als Ausnahmen, in denen verbindliche Reservierungen sinnvoll erscheinen.
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(Bahnprojekt Karlsruhe – Basel) Hochtastfahrten bei Rastatt
Der ICE S führt seit Mitte September 2026 Hochtastfahrten auf dem ersten Abschnitt der Neubaustrecke zwischen Karlsruhe und Achern durch. DB InfraGO plant, den Abschnitt im Fahrplanwechsel im Dezember 2026 in Betrieb zu nehmen, wobei der Tunnel Rastatt das zentrale Bauwerk darstellt. Das Projekt ist nach einer verhängnisvollen Havarie und jahrelangen Verzögerungen wieder auf der Zielgeraden, wobei drei Planfeststellungsabschnitte unterschieden werden. Fachliche Voraussetzungen wie ESC-Ausrüstung der Fahrzeuge und Probefahrten von EVU werden als Bedingungen für den Vorlaufbetrieb genannt.
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5047‑Paradies Mühlkreisbahn
Die Mühlkreisbahn zwischen Linz Urfahr und Aigen‑Schlägl wird auch heute noch überwiegend mit den Dieseltriebwagen der Reihe 5047 betrieben, insbesondere auf der anspruchsvollen Bergstrecke. Die Strecke nutzt unterschiedliche Triebwagen‑Typen (5047, 5022) für Tal- und Bergabschnitte, wobei Stationskonfigurationen wie in Oepping Einschränkungen bei bestimmten Fahrzeugtypen erzwingen. Die Betriebsplanung sieht neun im Umlauf stationierte Triebwagen vor, und Werkstattfragen erfordern teilweise Verbringung nach Linz. Die Linie bleibt ein typisches Beispiel für regionalen Nahverkehr mit tradierter Fahrzeugtechnik und saisonalen Anpassungen.
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Tonnage weiter rückläufig – Einzelwagenladungsverkehr Schweiz
Die beförderte Wagenzahl im Schweizer Einzelwagenladungsverkehr ging im ersten Halbjahr 2026 um acht Prozent zurück, obwohl der Bund 40 Millionen Franken als Förderung zahlte. SBB Cargo schrieb im EWLV ein Defizit und erhielt Bundesmittel, doch Umweltschutzorganisationen kritisieren, dass die Gelder nicht an verbindliche Rückverlagerungsziele gekoppelt sind. Der alpenquerende Schienengüterverkehr verlor ebenfalls Marktanteile; die Belastungen durch Baustellen auf der Nord‑Süd‑Achse, vor allem in Deutschland, werden als Mitursache genannt. Das BAV erwartet erst ab 2030 eine spürbare Entspannung der Lage.
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Rumäniens Malaxa‑Triebwagen der Reihe 77
Rumänische Malaxa‑Triebwagen der Reihe 77 verkehren nach wie vor im Jahresfahrplan und zählen damit zu den ältesten planmäßig eingesetzten Reisezugfahrzeugen Europas. Die ersten Exemplare entstanden 1935 und sind trotz ihres Alters auf Regionalstrecken um Craiova und Timișoara noch regelmäßig im Einsatz. In Craiova und Timișoara werden die Triebwagen für einzelne Zugpaare genutzt, wobei die Betriebsstände von Verfügbarkeit und Zustand der Fahrzeuge abhängen. Die Serie ist ein bemerkenswertes Beispiel langlebiger Feldbahn‑ und Regionalfahrzeuge.
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Massive Einschränkungen – Verein Erzbergbahn
Der Verein Erzbergbahn musste Mitte August Tunnelfahrten zwischen Präbichl und Erzberg einstellen, nachdem die Aufsichtsbehörde erhebliche Sicherheitsmängel moniert hatte. Die beanstandeten Anforderungen betreffen Fluchtwege, technischen Brandschutz und Notbeleuchtung, deren Umsetzung für den Verein kaum realisierbar ist. Der Betrieb wurde daraufhin verkürzt, was besonders die touristischen Themenfahrten und Einnahmen aus Publikumstouren hart traf. Der Verein und lokale Behörden prüfen nun rechtliche und finanzielle Optionen, darunter die mögliche Umwidmung in eine Anschlussbahn und die Folgen für Trägerschaft und Kosten.
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Museumsfeldbahn: Hedelands Veteranbane
Die Hedelands Veteranbane ist eine 5,3 Kilometer lange Museums‑Schmalspurbahn auf Seeland und die längste ihrer Art in Dänemark. Der Verein Industribaneklubben betreibt die Strecke weitgehend ehrenamtlich, nutzt historische Feldbahnlokomotiven und plant eine Verlängerung um rund 1,7 Kilometer. Der Museumsbetrieb findet saisonal an Sonntagen sowie in Schulferien und speziellen Veranstaltungstagen statt; zu Weihnachten werden verkürzte Fahrten angeboten. Fahrzeuge stammen überwiegend aus Deutschland und werden für Dampf‑ und Dieselbetrieb eingesetzt.
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(Baureihe 243) Erfolgsmodell mit Verspätung
Die Deutsche Reichsbahn entwickelte in den 1970er‑ und 1980er‑Jahren die Typenfamilie 212/243 als Antwort auf den Bedarf an modernen Elektrolokomotiven für Schnell- und Universaleinsätze. LEW Hennigsdorf und Institutsstellen gestalteten Führerstand, Antrieb und Fahrwerk neu, wodurch die Baureihe eine ergonomische Führerstandsausstattung und einen Gummikegelringfederantrieb erhielt. Die Serienfertigung begann Mitte der 1980er‑Jahre, die Loks verbreiteten sich rasch über viele Reichsbahndirektionen und wurden später von der Deutschen Bundesbahn/DB gemietet oder übernommen. Viele Maschinen blieben trotz politischer und wirtschaftlicher Umbrüche langlebig im Einsatz und finden bis heute bei privaten EVU Verwendung.
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(Strecke des Monats) Von der P 8 zum Citylink
Die Obere Neckartalbahn verbindet Tübingen und Horb über eine landschaftlich reizvolle, teils eng eingeschnittene Talstrecke mit mehreren Neckarquerungen. Der Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb plant eine umfassende Modernisierung, Elektrifizierung und den Einsatz von Stadler Citylink-Zügen für ein Stadtbahnkonzept. Das Vorhaben sieht neue Haltepunkte, zweigleisige Begegnungsabschnitte und ETCS-basierte Stellwerkstechnik vor, die den Takt und die Fahrzeiten verbessern sollen. Landes- und Bundesfinanzierung sowie eine mehrstufige Vorplanung bis 2028 bilden die Grundlage für die Umsetzung.
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(Dampfabenteuer) Willst Du mit nach Wanne‑Eickel?
Der damals 16‑jährige Dirk Höllerhage beschreibt eine spontane Mitfahrt auf einer 044‑Dampflok im Ruhrgebiet und schildert dabei eindrücklich Atmosphäre, Rangierbetrieb und Landschaft. Der Text rekonstruiert Begegnungen mit weiteren Dampflokomotiven, das Gespräch mit Lokpersonal und kleine Abenteuer der Fotojagd an Bahnanlagen. Höllerhage zeigt die verbleibende Betriebswelt der letzten Dampfloks in BW‑Dienststellen und die sinnliche Erfahrung von Rauch, Dampf und Industriegeräuschen. Die Erzählung endet mit dem Abschied im Bahngebiet und dem starken Eindruck, eine letzte, bleibende Dampflokfahrt erlebt zu haben.
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Tragödie mit Ansage – Das Unglück von Geseke
Eine Güterzugentgleisung mit tödlichem Ausgang ereignete sich am 10. September 2023 auf einem Anschlussgleis in Geseke, nachdem eine Rangierfahrt außer Kontrolle geriet. Die Bundesstelle für Eisenbahn-Unfalluntersuchung stellte systemische Mängel fest, darunter ungeeignete Lokauswahl, fehlende Bremsproben und Abweichungen von vorgeschriebenen Abläufen. Die Untersuchung dokumentiert außerdem mangelhafte Überwachung durch beteiligte Stellen und problematische Arbeitszeitkonstellationen des Lokführers. Als Folge blieben materielle Schäden, Umweltbelastungen und juristische sowie betriebliche Konsequenzen für beteiligte Eisenbahnfirmen und Aufsichtspersonen zu klären.
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Zwischen Kanonenbahn und Straßenbahn – Lossetalbahn Kassel–Eschwege
Die Lossetalbahn von Kassel nach Eschwege eröffnete 1880 und verband ländliche Orte entlang der Losse mit städtischen Zentren; Walburg entwickelte sich zum wichtigen Knoten mit Anschlusszweigen. Die Strecke trug lange Zeit zum regionalen Aufschwung bei, etwa durch Braunkohleabbau, Tongruben und lokale Industrien sowie einen regen Pendlerverkehr. Ab den 1970er-Jahren nahm der Personen- und Güterverkehr ab, viele Zweiglinien wurden stillgelegt und Teile der Trasse wurden später von der A44 überbaut. Im westlichen Abschnitt führte die Integration in das städtische Straßenbahnnetz von Kassel zu einer teilweisen Reaktivierung und verbessertem Nahverkehrsangebot.
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2.200 Meter bergauf – Alishan Forest Railway
Die Alishan Forest Railway beginnt in Chiayi und führt auf 762‑mm‑Schmalspur über 71,4 Kilometer in zahlreichen Kehren, Spiralen und Tunneln bis in hochgebirgige Regionen. Die Bahn entstand in der japanischen Kolonialzeit für den Abtransport von Holz und überwindet rund 2.200 Höhenmeter bis Alishan; sie bietet heute touristische Fahrten durch mehrere Klimazonen. Die Strecke besitzt für Reisende nur wenige tägliche Direktverbindungen, weshalb Fahrkarten schnell ausverkauft sind und eine frühzeitige Planung nötig ist. Betriebliches Zentrum und Werkstatt liegen in Beimen, wo auch eine Fahrzeug- und Lokalhistorie dokumentiert wird.
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REISEZIEL: WALDBAHN IN TAIWAN
Die Alishan Forest Railway wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut und verband die Küstenstadt Chiayi mit dem Berggebiet um Alishan. Die Schmalspurbahn überwindet drei Klimazonen und meistert starke Höhenunterschiede unter anderem mittels der Dulishan‑Spirale mit elf Tunneln. Fenqihu und Jiaoliping fungieren als zentrale Fotohalte; Fenqihu bietet ein historisches Bahnbe-triebswerk und lokale Bento‑Box‑Verkäufer. Taifune und Erdbeben beschädigten Streckenabschnitte wiederholt, dennoch verkehren heute Sonderzüge für Touristen und es bestehen Anschlussverbindungen nach Zhushan, Shenmu und Zhaoping.
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(Blick hinter die Kulissen) Ausbildung auf der Baureihe 132
Viele junge Mitarbeiter der Deutschen Reichsbahn strebten in den 1970er und 1980er Jahren die Ausbildung zum Lokführer an. Die Weiterbildung auf die leistungsstarke Baureihe 132 erforderte umfangreiche praktische Dienste, darunter zahlreiche Einsätze vor Güter- und Reisezügen sowie eine abschließende Abnahmeprüfung. Die Schulungen in Hilbersdorf kombinierten Fahrzeugtechnik, Störungssuche und Wartungsarbeiten und förderten kollegiale Freundschaften außerhalb der Dienstzeit. Die Auswahl der Anwärter war eng und politisch beeinflusst; Empfehlungen seitens der Vorgesetzten waren oft Voraussetzung für die Zulassung.
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(Zeitreise) Göschenen am Gotthard
Die Eröffnung der Gotthardbahn 1882 mit dem 15‑Kilometer‑Scheiteltunnel zwischen Göschenen und Airolo stellte eine technische Pionierleistung dar. Die SBB übernahmen die Gotthardbahn 1909 und begannen 1916 mit der Elektrifizierung, um die Probleme durch Dampflokrauch im Tunnel zu beheben. Die Schöllenenbahn und die Zahnradverbindung nach Andermatt stärkten die Bedeutung von Göschenen als Umsteigepunkt. Mit der Eröffnung des Gotthard‑Basistunnels 2016 verlagerte sich der Großteil des Fern‑ und Güterverkehrs in die neuen Röhren; über die Bergstrecke verkehrt heute stündlich der Treno Gottardo und saisonal der Gotthard Panorama Express.
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(InnoTrans) InnoTrans 2026 – Evolution statt Revolution
Die InnoTrans 2026 in Berlin versammelte 3.170 Aussteller und rund 175.000 Besucher und stellte Digitalisierung, Resilienz, Automatisierung und Elektrifizierung in den Mittelpunkt. Stadler, CAF, Siemens, CRRC und weitere Hersteller präsentierten neue Fahrzeugplattformen und Antriebskonzepte, darunter Batterie‑, Wasserstoff‑ und Hybridlösungen sowie die EURO DuFour und CAF Civity BEMU. Siemens verband moderne Führerstände mit Cloud‑Software und vorausschauender Instandhaltung, während Vossloh, Knorr‑Bremse und andere modulare Komponenten und Automatisierungslösungen zeigten. Verschiedene Prototypen und technische Detailinnovationen wurden vorgestellt, von Stopfrobotern über Inspektionsdrohnen bis zu digitalen Kupplungssystemen. Viele der präsentierten Neuerungen müssen nun Zulassung, Infrastruktur‑Anpassungen und wirtschaftliche Tragfähigkeit im realen Betrieb beweisen.
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(Fahrzeugporträt) Bayerische D IIII und R 3/3 – Baureihen 896, 7, 8 – Flinke Bahnhofs‑Bayerin
Die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen benötigten gegen Ende des 19. Jahrhunderts leistungsfähigere Rangierlokomotiven, weil Züge länger und schwerer wurden. Krauss und Maffei lieferten ab 1897 die dreiachsigen Nassdampf‑D IIII, später als R 3/3 nachfolgende Serien, die auf großen bayerischen Bahnhöfen intensive Rangierdienste leisteten. Die Maschinen zeichneten sich durch robuste Technik, zahlreiche Nachlieferungen und schrittweise Modernisierungen wie Pop‑Ventile und Westinghouse‑Bremse aus und blieben bis in die 1960er Jahre im Betrieb. Nur wenige Exemplare überlebten die Ausmusterung als Museums‑ oder Denkmalloks, darunter die 89 801 und die wiedererstandene ehemalige 89 837.
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(Perspektiven) Fotografieren im Regen
Viele Eisenbahnfotografen meiden Regentage, weil Nässe Ausrüstung gefährdet und die Planbarkeit einschränkt. Regentage bieten jedoch fotografische Chancen: Pfützen und nasse Oberflächen erzeugen Spiegelungen, Tropfen schaffen Schleier und nachts sorgen Lichtreflexe für farbige Effekte. Schutzdächer an Bahnhöfen, Museumsbauten und Bahnsteigen erlauben trockene Perspektiven auf betrieblichen Ablauf und Exponate. Wer die Kameratechnik und Schutzmaßnahmen beherrscht, kann Regen gezielt als gestalterisches Mittel einsetzen.