Frauen und Promi Zeitschriften aus Amerika

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Ob aus reinem Zeitvertreib in der Mittagspause oder wegen des persönlichen Wunsches, sich die neuesten Anregungen für die Herbst-/Winterkollektion von berühmten Mode-Experten zu verschaffen, eins ist unumstritten: Der Absatzmarkt für Frauen- und Promi-Magazine in den USA boomt nach wie vor. Der schöne Schein der Hochglanzseiten lockt Interessierte immer wieder an zum Lesen, Durchblättern und Weiterempfehlen unter Bekannten.
Was bei der Veröffentlichung der ersten Promi-Zeitschriften noch als ein Phänomen erschien, gehört mittlerweile zum Verbraucheralltag dazu. Über Starallüren und Lebenskrisen bei Sternchen möchte die Leserschaft genauso ausführlich informiert sein wie über Innenpolitik oder die kürzlich verabschiedeten Wirtschaftsreformen. Das kann natürlich ein Grund mehr sein, um sich mit diesem Themenbereich näher zu befassen.

Zeitschriften für Frauen in den USA

Das Cover der Zeitschrift Vogue
Die Zeitschrift Vogue

Schönheit und Schönheitsideal werden oft gleichgesetzt mit dem Hauptfokus von Frauen weltweit. Gewiss kommt die Betonung dieser beiden Kategorien etwas wirklichkeitsverzerrend vor, doch es ist kein neuer Trend, der hier zum Vorschein tritt, sondern einer, dessen Wurzeln schon weit in der Vergangenheit mit der konventionellen Rollenverteilung zusammenhängen. Wenn auch mittlerweile entsprechende Klischees und Stereotypen gesellschaftlich nicht mehr haltbar sind, das Bedürfnis, nahezu makellos auszusehen, ist bei vielen Damen immer noch stark ausgeprägt. Das erklärt zugleich die langen Wartelisten in Arztpraxen der amerikanischen Schönheitschirurgen, den Ansturm auf Beauty- oder Wellness-Center, Shopping-Exzesse und themenspezifische Medien-Debatten, die manchmal kein Ende zu nehmen scheinen.
Ganz grob umrissen bewegen sich die Schwerpunkt-Themen in Frauen-Magazinen in den Bereichen: Mode, Kosmetik, Kochen und Backen, gesunde Ernährung, Diät, schöner Wohnen und Einrichtung, Klatsch und Tratsch, partnerschaftliche Intimität sowie hilfreiche Tipps und Ratgeber. Im Zeitschriftenhandel sind so viele unterschiedliche Hefte erhältlich, dass die Leserinnen es manchmal nicht einfach haben, die Entsprechende für sich auszuwählen. Zu den beliebtesten Magazinen gehören hochwertige Produktnamen, die häufig aufgrund der großen Nachfrage in Abo-Angeboten auf Englisch beispielsweise auch in Deutschland erhältlich sind.
Wahrscheinlich kommt es einem ein bisschen übertrieben vor, wenn öffentlich behauptet wird, dass die amerikanische „Vogue“ als Mode-Autorität konkurrenzlos sei. Dort lässt sich in zahlreichen Mode-, Kultur- und Unterhaltungsreportagen über Schönheit, Frisuren, Make-up, Fitness und Gesundheit lesen.
Harper’s Bazaar“ pflegt ihr Image als gehobene Zeitschrift für modebewusste Frauen. Im Zentrum stehen Beauty und Stil, dabei werden in jeder Ausgabe die neuesten Modetrends vorgeführt und durch Hochglanz-Fotos illustriert. In jedem Heft sind auch interessante Artikel über Reisemöglichkeiten, Finanzen, Unterhaltung sowie Interviews mit Persönlichkeiten aus der Show- und Politik-Branche zu finden.
Was wäre jedoch die Damenwelt ohne die jährliche Auszeichnung „Women of the Year“ in den USA? Das „Glamour“-Magazin ist vom Konzept her eher auf junge Frauen zugeschnitten und beschäftigt sich mit Fragestellungen wie: Wie kleide ich mich für die Party; wie sollte der Traummann sein; was sind neuesten Leitsätze in Mode, Make-up, Frisur und der angesagte Klatsch über Prominente.
Bei den von „Glamour“ veranstalteten „Women-of-the-Year“-Awards in New York zeichnete das Modemagazin die „Frauen des Jahres“ aus. Unter den Preisträgerinnen befinden sich Sportlerinnen, Schauspielerinnen, Musikerinnen, Designerinnen und bedeutende Medienpersönlichkeiten. Das Magazin wurde 1939 in den USA gegründet und hieß ursprünglich „Glamour of Hollywood“. Mittlerweile erscheint es in englischer Sprache in über fünfzehn Ländern. Die in diesem Bereich international bekannteste Auszeichnung „Frauen des Jahres“ sorgt jedes Mal auf Neue für gesellschaftlichen Gesprächsstoff.

Amerikanische Promi-Magazine

Das Cover der Zeitschrift Cosmopolitan
Die Zeitschrift Cosmopolitan

Promi-Magazine erreichen im Vergleich zu Frauenzeitschriften in den USA eine noch umfassendere Zielgruppe. An dieser Stelle sei noch ein kurzer Rückblick gestattet: Mit der technologischen Produktionsentwicklung in der Zeitungsindustrie wollten die Investoren ein neues Zeichen setzten und verschiedenartige Zeitschriften auf den Markt bringen, die ein breites Publikum ansprachen. Im späten 19. Jahrhundert wurden viele Zeitschriften veröffentlicht, darunter „Atlantic Monthly“, „Nation“ und „Harper’s“, die bis zum heutigen Tag einen treuen Leserkreis für sich gewinnen konnten. Die größte Leserschaft hatten jedoch die Magazine, die sich mit diversen Freizeitmöglichkeiten und Konsumangeboten befassten. Deshalb waren die „Cosmopolitan“ sowie das „Ladies Home Journal“ oft schnell vergriffen. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts waren Magazine zu einem bedeutenden Werbemedium geworden, bereichert mit Verkaufs- oder Angebotsanzeigen entdeckten Zeitschriftenverleger und Werbebetreiber dieses Printformat als ideale Option, neue Zielgruppen auch sich aufmerksam zu machen. Durch die Spezialisierung der Inhalte kam mit den Jahren der sprunghafte Anstieg der regelmäßig erscheinenden Veröffentlichungen in den USA zum Vorschein, die Verkaufszahlen spiegelten Ähnliches wider.
Im vergangenen Zeitraum gehörte das „People Magazin“ zur absoluten Must-have-Zeitschrift über gefeierte Persönlichkeiten in den USA, in Vertriebsstatistiken dicht gefolgt von „OK! Weekly“, „US Weekly“, „In Touch Weekly“ und „Life&Style Weekly“. Auch die Nachfrage nach Promi-Blätter unterliegt wie bei anderen Printprodukten verschiedenen Einflüssen, sodass es nach phasenweise rückläufigen Trenderscheinungen erneut zur Hochblüte aufschwingt, denn das Interesse an News über Schauspieler, Musiker und allgemein über die High Society in den USA erscheint unerschöpflich. Ähnliches Konsumverhalten können wir auch in europäischen Ländern beobachten. In Deutschland zählen zum Beispiel „Bunte“ und „Gala“ zu den Favoriten im Bereich Society-Berichterstattung, während im Nachbarland Österreich etwa das „Seitenblicke“- Magazin ihren Zielkunden stets die aktuellsten Promi-News anbietet.
Sicherlich gibt es viele persönliche Beweggründe, warum Konsumenten ihre freie Zeit mit bunt illustrierten und aufsehenerregenden Geschichten in Zeitschriften verbringen. Bei dem einen oder anderen färbt vielleicht auch etwas angelesener Glanz der Magazin-Blätter in alltäglichen Lebensabläufen ab.