Kinderzeitschriften mit Spielzeug – erst lesen, dann spielen

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In der heutigen Zeit freut sich wahrscheinlich jedes Elternteil, wenn das eigene Kind freiwillig lesen mag. Nicht, weil immer weniger Kinder lesen können, sondern weil das digitale Angebot so viel vielfältiger ist, als ein Buch oder eine Kinderzeitschrift. Die Verlage haben das Problem erkannt und immer häufiger werden Kinderzeitschriften mit Spielzeug herausgegeben.

Fantasie anregen: Kinderzeitschriften mit Spielzeug

Freilich freut sich jedes Kind über ein neues Spielzeug, das es abgesehen von Geburtstagen oder Weihnachten gibt. Aber auch Eltern sollten sich über das Extra-Goodie freuen, denn in zweiter Linie kann es die Fantasie der Jüngsten anregen. Denn oft haben die mitgelieferten Spielzeuge in den Kinderzeitschriften einen direkten Bezug zum Inhalt des Heftes. Wenn alles durchgeblättert bzw. gelesen ist, setzen sich die Kids nicht selten hin und spielen die Geschichte nach. Mit dem Spielzeug, das es im Heft dazu gab. Ein Beispiel ist das Playmobil-Magazin. Es bietet schon den Kleinsten der Kleinsten, also ab vier Jahren, Lesevergnügen. Und jeder Ausgabe liegt etwas bei. Meistens ist es eine der 7,5 Zentimeter hohen Spielfiguren plus Zubehör oder Accessoires. Auch im Heft spielen die beigelegten Figuren eine Rolle. Die Hauptgeschichte hat also einen unmittelbaren Bezug zur beigelegten Spielfigur. Playmobil Pink ist übrigens ein Magazin nur für Mädchen.

Cover Zeitschrift Playmobil

Das Spielzeug in den hat immer einen direkten Bezug zum Inhalt des Heftes.

Noch mehr Kinderzeitschriften mit Spielzeug

Ein richtiger Klassiker unter den Zeitschriften mit Spielzeug ist das Micky Maus-Heft, das jede zweite Woche am Kiosk erscheint. Seit 1951 vergnügt das Magazin jung und alt. Und jeder Ausgabe liegt auch ein Spielzeug bei, z.B. eine Wasserpistole. Angesprochen sollen sich von den Geschichten aus Entenhausen sechs bis 13-Jährige fühlen. Aber auch Erwachsene lesen die Storys rund um Donald Duck, Micky Maus oder Goofy gerne. Für jene stellen die Plastikspielzeuge freilich weniger Vergnügen bzw. Kaufanreiz dar. Und das löste auch schon die eine oder andere Diskussion rund um das Spielzeug aus. Denn in Zeiten von übermäßigem Plastikkonsum und verschmutzten Meeren wünschte sich manch ein Erwachsener weniger von dem inflationären Spielzeug. Darüber lässt sich natürlich generell streiten, aber immerhin freuen sich die Kids drüber.

Welcher Junge träumt nicht mindestens einmal davon, Feuerwehrmann, Polizist oder Baumeister zu werden?! Herzen solcher Jungs lässt sicher die Zeitschrift Bob der Baumeister höher schlagen. Es ist das Pendant zur erfolgreichen und gleichnamigen TV-Serie für Kids ab vier Jahren. Seit 1999 läuft die Kinderserie erfolgreich im Fernsehen und der Panini Verlag hatte sich daraufhin überlegt, einmal im Monat ein Magazin dazu herauszubringen. Auf 36 Seiten findet die Zielgruppe der vier- und fünfjährigen Kinder Rätsel und spannende Geschichten aus Bobs Baumeister-Alltag. Anders als bei Micky Maus stecken hinter den Geschichten und auch dem Spielzeug pädagogische Hintergedanken. Mit dem Leitsatz von Bob „Yo, wir schaffen das!“ suggerieren die Macher der Figur: Gemeinsam ist man stärker als allein. Gerade für Kinder ist das eine wichtige Erfahrung, dass es sich lohnt im Team zu arbeiten. So löst Bob selten alleine irgendwelche Probleme im Magazin, sondern hat immer seine Helfer bei sich.

Cover Zeitschrift Bob der Baumeister

Spielzeug pädagogische Hintergedanken – Bob der Baumeister

Motorische Fähigkeiten sollen mit den Spielzeugen gefördert werden. Ein Kran als Beileger ist nicht nur hübsch anzuschauen, es braucht auch ein wenig Fingerspitzengefühl ihn zu bedienen. Früh übt sich also

Apropos Panini Verlag

In Sachen Kindheitshelden ist der Panini Verlag ganz vorne mit dabei. Denn neben Bob der Baumeister gibt der Verlag weitere Kinderzeitschriften heraus. Darunter auch weitere Exemplare mit Spielzeug. Eines der Magazine ist Feuerwehrmann Sam. Auch wieder das Zeitschriften-Pedant zur gleichnamigen Serie. Die Zielgruppe ist ähnlich alt wie die von Bob dem Baumeister. Dem Magazin beiliegend ist zum Beispiel Sams Feuerwehrauto Venus. Es ist eines der Einsatzfahrzeuge von Sam und seinem Team, das aus dem Örtchen Pontypandy stammt und von dort aus überall anrückt, um Feuer zu löschen. Ähnlich wie bei Bob wird auch Teamwork beim Beruf des Feuerwehrmanns groß geschrieben.

In eine ganz andere Richtung geht ein weiteres Panini-Exemplar: Star Wars Rebels. Comics, Poster und Geschichten aus der Stars Wars-Saga finden die jungen Leser im Heft. Dazu gibt es freilich wieder Gimmicks wie Spielzeug oder Fanartikel. Der pädagogische Wert ist umstritten, aber zweifelsfrei hält Fantasy eben was es verspricht. Denn die Fantasie der Kids wird angeregt durch die Figuren, die aus einer komplett fremden Welt kommen. Auch das ist wichtig, dass die Kleinen lernen, dass es neben der realen Welt auch in Ordnung ist, in eine fremde und nicht existente Welt abzutauchen. Die meisten Leser sind älter als die von Bob oder Sam. Zwischen sechs und 13 Jahre ist die Zielgruppe. Die Kinderzeitschrift bringt meistens ein Spielzeug mit in den Handel, das auch zur Serie passt. Beispielsweise eine „Energieschleuder“ oder ein Laserschwert.

Cover der Star Wars Rebels

Das Star Wars Rebels Magazin erscheint bei Panini.

Auch ab sechs Jahren angesprochen werden die Leser des Spongebob Schwammkopf-Magazins. Es wird ebenfalls im Panini Verlag produziert und ja, auch Spielzeug ist dabei. Im Fokus stehen bei den Geschichten die Unterwasser-Stadt Bikini Bottom. Dort erleben der gelbe Schwamm Spongebob sowie seine Freunde die wildesten Geschichten. Anders als die anderen Magazine ist der Erscheinungsrhythmus auf jeden zweiten Monat festgelegt. Beigelegtes Spielzeug kann auch mal eine Burgerschleuder sein.

Kinderzeitschriften aus dem Hause Egmont

Panini Konkurrenz macht das Verlagshaus Egmont Ehapa. Neben dem jahrzehntealten Klassiker Lustiges Taschenbuch, kurz LTB, bringt es noch weitere Kinderzeitschriften heraus. Davon diverse, die ebenfalls ein Spielzeug beigelegt haben. 13 Mal im Jahr erscheint z.B. das Magazin Winnie Puuh. Es erzählt die Geschichten des Bären Winnie Puuh und die seiner Freunde Ferkel, Tigger, I-Aah und Christopher Robin. Eine beispielhafte Beilage zu den Magazinen sind ein Fernglas, eine Lupe sowie ein kleines Handbuch mit diversen Schmetterlingsarten. So sollen Kinder schon früh dazu animiert werden, die Natur zu erkunden und sich mit ihr auseinanderzusetzen. Aus diesem Grund schätzen besonders Eltern und/oder Erzieher die Geschichten rund um Winnie Puuh.

Dritter im Bunde: Blue Ocean Entertainment

Als drittes Mitglied der Kinderzeitschriften mit Spielzeugen ist die Blue Ocean Entertainment AG. Dort erscheint unter anderem das Magazin zur erfolgreichen Kinderserie Prinzessin Lillifee. Seit 2006 erscheint das Heft monatlich und spricht überwiegend Mädchen im Alter bis 13 Jahre an. Neben Geschichten rund um die pinke Prinzessin finden sich im Magazin Malseiten, Rätsel oder Wissenswertes aus der Natur. Quasi das Rund-um-Paket. Dazu gibt es dann meistens ein Spielzeug. Das kann ein Schminkset sein oder ein Fächer für die heißen Sommertage – für richtige Prinzessinnen eben. Oder solche, die es noch werden wollen. Für Mädchen ab neun Jahre ist das Filly Magazin das Richtige. Filly ist ein Pferd, das auch 2006 seinen Weg in den Zeitschriftenhandel gefunden hat. Es erscheint ebenfalls 13 Mal im Jahr und enthält viele Sticker und Figuren zum Sammeln. Poster, Malseiten oder Rätsel kommen auf den 36 Seiten freilich auch nicht zu kurz.

Cover der Prinzessin Lillifee

Magazin für kleine Prinzessinnen

Noch mehr Pferdespaß gibt es auch aus dem Stuttgarter Verlag in Form des Bibi und Tina-Magazins. Und für Mädchen, die davon träumen, hexen zu können, gibt es Bibi Blocksberg allein. Das freche Neustädter Mädchen, das Schule, Eltern und Freunde auf Trab hält mit ihren Hexereien. Immer mit dabei hat das kleine blonde Mädchen mit den Sommersprossen ihren fliegenden Besen Kartoffelbrei.

Die Jungs sollen natürlich auch nicht zu kurz kommen. Zum Beispiel wirft der Hamburger Gruner + Jahr-Verlag das Magazin GEOlino heraus. Es vermittelt vor allem (natur-)wissenschaftliches Wissen. Die Kids werden in dem Magazin frühzeitig an die Natur und den verantwortungsbewussten Umgang mit ihr herangeführt. Selbstverständlich ist das Magazin nicht nur für Jungs toll, auch Mädchen greifen gerne zu dem Heft. Auch Eltern lernen dabei immer wieder Neues. Nicht ganz so wissenschaftlich ist das Heft Löwenzahn aus dem Hause Blue Ocean. Das Magazin zur gleichnamigen Serie trumpft vor allem mit Anleitungen zum Selbermachen: Tee aus Kräutern kochen, kleine Handwerker-Meisterwerke oder Ähnliches. Von Wissensartikeln rund um Flora, Fauna und Tierwelt gibt es aber auch noch ausreichend.

Kein Appell für Kinderzeitschriften mit Spielzeug

Ein Aufruf zum ausschließlichen Kauf von Zeitschriften mit eben Spielzeug soll das nicht sein. Das Spielzeug kann aber dabei helfen, Kids zum Lesen zu motivieren. Erzieherisch lässt sich vielleicht über diesen Ansatz streiten, aber solange es die Kinder zum Lesen bringt, können auch die Eltern damit zufrieden sein. Denn in Zeiten von Tablets und Smartphones ist die Verlockung des Digitalen oft größer als die des Analogen.

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