Die deutsche Medienlandschaft erlebt eine spannende Entwicklung: Die Handelsblatt Media Group und der Tagesspiegel haben eine strategische Kooperation gestartet, die das Angebot an professionellen Briefings deutlich erweitert. Im Zentrum dieser Partnerschaft steht ein neues Briefing zu Sicherheit und Verteidigung, das im Frühjahr 2026 an den Start geht. Doch was steckt genau hinter dieser Kooperation? Und welche Chancen ergeben sich daraus für Leser und die beiden Medienmarken?
Inhaltsverzeichnis
Ein neues Briefing für eine neue Zeit
Die Zusammenarbeit zwischen Handelsblatt Media Group und Tagesspiegel ist mehr als nur eine klassische Kooperation. Sie ist eine strategische Partnerschaft, die die Stärken beider Häuser bündelt. Das erste gemeinsame Produkt wird das Briefing Sicherheit und Verteidigung sein, das werktäglich erscheinen soll. Damit schaffen die beiden Partner das erste sicherheitspolitische Briefing mit kombiniertem Wirtschafts- und Politikfokus im deutschsprachigen Raum.
Die Wahl des Themas ist kein Zufall. “Sicherheit und Verteidigung sind nicht länger reine Regierungsthemen”, erklärt Christian Tretbar, Chefredakteur des Tagesspiegel. “Sie betreffen zunehmend auch Unternehmen, Forschung und Zivilgesellschaft.” Mit dem neuen Briefing wollen die Partner genau diese Entwicklung abbilden und fundierte, praxisnahe Informationen liefern.
Charlotte Morré übernimmt die Führung
An der Spitze der strategischen Partnerschaft steht Charlotte Morré, Head of Digital und Mitglied der Chefredaktion beim Handelsblatt. Sie wird ein gemeinsames Redaktionsteam von Handelsblatt und Tagesspiegel aufbauen und führen. “Gerade im Zeitalter von KI steigt der Bedarf an gründlich recherchierten, fachlich belastbaren Informationen”, betont Morré. “Unsere gemeinsame Redaktion verbindet analytische Tiefe mit einem präzisen Verständnis für politische und wirtschaftliche Zusammenhänge.”
Ihre Aufgabe ist es, die Expertise beider Häuser zu verzahnen und ein Produkt zu schaffen, das sich als Must-Read für Fach- und Führungskräfte etabliert. Die Zielgruppe ist klar definiert: Entscheider in Ministerien, Behörden, Industrie, Verbänden und Forschung, die aktiv an der Debatte um die Sicherheits- und Verteidigungsfähigkeit Deutschlands teilhaben wollen.
Auch im Gesundheitsbereich wird kooperiert
Die Partnerschaft beschränkt sich nicht nur auf das Thema Verteidigung. Handelsblatt und Tagesspiegel vereinen auch ihre Gesundheits-Briefings im “Tagesspiegel Background Gesundheit & E-Health”. Diese Zusammenführung zeigt, dass die Kooperation strategisch angelegt ist und künftig auf weiteren thematischen Feldern ausgebaut werden kann.
Das Kernangebot sind Monitorings und Briefings, mit denen Fachzielgruppen alle Schritte eines Gesetzgebungsverfahrens genau nachverfolgen können. Ergänzt wird dies durch Analysen, Gastbeiträge und Veranstaltungen, die das Angebot abrunden.
Eine Kooperation mit Tradition
Die Zusammenarbeit zwischen Handelsblatt Media Group und Tagesspiegel ist nicht ganz neu. Bereits heute kooperieren Handelsblatt, WirtschaftsWoche und Tagesspiegel eng in der täglichen Wirtschaftsberichterstattung. Zudem haben der Tagesspiegel Background und die Handelsblatt Media Group kürzlich eine strategische Partnerschaft im Bereich Fachevents geschlossen. Das erste gemeinsame Projekt, der Deutsche Vergaberechtstag, wurde bereits im Oktober 2025 erfolgreich umgesetzt.
Diese Vorgeschichte macht deutlich: Die beiden Medienhäuser kennen sich, schätzen sich und wissen, wie sie ihre jeweiligen Stärken optimal einsetzen können. Beide gehören zur DvH Medien GmbH von Verleger Dieter von Holtzbrinck, was die Zusammenarbeit zusätzlich erleichtert.
Vorreiter im Bereich Professional Briefings
Der Tagesspiegel war in Deutschland Pionier bei kostenpflichtigen Briefings für Entscheider und gibt insgesamt acht dieser Fach-Newsletter heraus. Die sogenannten “Backgrounds” haben sich als verlässliche Informationsquelle für Professionals etabliert. Mittlerweile haben zahlreiche andere Medienunternehmen nachgezogen: Sebastian Turner mit seinem Startup Table Media, Springer mit “Politico” sowie die “Süddeutsche Zeitung” und die “FAZ” mit eigenen Dossiers.
Die Handelsblatt Media Group bringt in die Partnerschaft ihre Expertise im Wirtschaftsjournalismus ein. Mit Marken wie Handelsblatt und WirtschaftsWoche erreicht die Mediengruppe wöchentlich mehr als 3,7 Millionen Leser und steht für fundierten, unabhängigen Qualitätsjournalismus.
Was bedeutet das für Leser?
Für die Leser bedeutet diese Kooperation vor allem eines: mehr fundierte Informationen aus einer Hand. Das neue Briefing Sicherheit und Verteidigung verspricht, komplexe Zusammenhänge verständlich aufzubereiten und dabei sowohl die politische als auch die wirtschaftliche Dimension zu beleuchten. Gerade in einer Branche im Transformationsprozess kann dies wertvolle Orientierung bieten.
Die tägliche Erscheinungsweise sorgt dafür, dass die Leser immer auf dem neuesten Stand sind. Gleichzeitig profitieren sie von der gebündelten Kompetenz zweier renommierter Medienhäuser, die gemeinsam ein Redaktionsteam aufbauen, das sich ausschließlich diesem wichtigen Thema widmet.
Ausblick: Weitere Kooperationen möglich
Christian Tretbar deutet bereits an, dass die Partnerschaft weiter ausgebaut werden könnte. “Durch die Partnerschaft bietet sich die Möglichkeit, die Kraft der beiden Marken auch auf weiteren thematischen Feldern im Background-Bereich zu bündeln”, so der Tagesspiegel-Chefredakteur. Es bleibt also spannend, welche weiteren gemeinsamen Projekte folgen werden.
Die strategische Kooperation markiert einen weiteren Schritt hin zu einer vertieften Zusammenarbeit zwischen dem Tagesspiegel und der Handelsblatt Media Group. Für die deutsche Medienlandschaft ist dies ein positives Signal: Qualitätsjournalismus kann durch Kooperation gestärkt werden, ohne dass die Eigenständigkeit der einzelnen Marken verloren geht.
Fazit
Die Kooperation zwischen Handelsblatt Media Group und Tagesspiegel ist ein cleverer Schachzug, der beiden Partnern neue Möglichkeiten eröffnet. Mit dem Briefing Sicherheit und Verteidigung schaffen sie ein Angebot, das eine klare Marktlücke füllt. Die Verbindung von wirtschaftlicher und politischer Expertise macht das Produkt einzigartig im deutschsprachigen Raum.
Für Leser, die sich professionell mit Sicherheits- und Verteidigungsfragen beschäftigen, dürfte das neue Briefing schnell unverzichtbar werden. Es bleibt abzuwarten, ob das Format die hohen Erwartungen erfüllen kann. Die Vorzeichen stehen jedenfalls gut: Mit Charlotte Morré an der Spitze und der gebündelten Kompetenz zweier Medienhäuser hat das Projekt die besten Voraussetzungen, um erfolgreich zu werden.